Marketing für die Generationen X, Y und Z

21. Juli 2022

Generation XYZ: So erreichen Sie die drei Altersgruppen

 

Jede Generation hat Merkmale, die sie von anderen Generationen unterscheiden. Historische Ereignisse können unseren Charakter, unsere Werte und Interessen beeinflussen. Die Trends einer Generation sind viel mehr als charakteristische Kleidungsstile und bestimmte Musik-Genres. Diese Unterschiede machen sich auch im Bereich Marketing bemerkbar. Jede Generation interessiert sich für eine andere Art von Content. Das sollten Sie berücksichtigen, um die passenden Inhalte und Marketingstrategien für die Generationen XYZ zu entwickeln und so Ihre  Ziele erreichen zu können.

 

Einteilung in die Generationen XYZ

Um eine entsprechende Marketingstrategie und somit passende Inhalte für die eigene Zielgruppe zu entwerfen, sollten Sie Ihre Adressaten in die Generation X, Y oder Z zuordnen. Laut Jugendforscher Simon Schnetzer kann man die drei Kohorten gemäß ihres Geburtsjahres wie folgt aufteilen:

  • Generation X: 1965 – 1979
  • Generation Y (Millennials): 1980 – 1994
  • Generation Z: 1995 – 2009

 

Dabei sollte beachtet werden, dass die Übergänge zwischen den Gruppen fließend sind und in der Wissenschaft keine trennscharfe Definition vorliegt. In einem Punkt sind sich jedoch alle einig: Jede Generation ist unterschiedlich geprägt. 

 

Die Generation X: Digitalisiert durch die Arbeitswelt 

Die aktuell bevölkerungsstärkste der drei Altersgruppen wuchs zwar in einer guten finanziellen Lage auf, war dann aber mit Wirtschaftskrisen und einer sich rasant verändernden Arbeitswelt konfrontiert. Sie erlebten den digitalen Wandel von Schreibmaschine zu Computer hautnah mit und mussten lernen, sich schnell anzupassen. Dadurch erfuhren sie einen stärken Leistungsdruck als die vorherigen Generationen, weshalb ihnen eine gute Work-Life-Balance sehr wichtig ist.

Geprägt von einer instabilen Wirtschaft, ist Wohlstand für die Generation X von großer Bedeutung. Sie setzen auf Statussymbole wie Smartphone, Auto und Fernseher. Deshalb sind sie besonders loyal gegenüber starken Marken mit einem guten Image. Die Generation X weist zudem ein hohes Bildungsniveau auf und besetzt im Vergleich zu den anderen Altersgruppen weltweit die meisten Führungspositionen. 

Diese kaufkräftige Generation ist nicht mit Computern und dem Internet aufgewachsen, aufgrund der zunehmenden Digitalisierung der Arbeit gewöhnten sie sich aber rasch an sie. Kein Wunder also, dass vor allem Online-Shopping zu ihrem Konsumverhalten zählt. Die Kommunikation läuft bei der Generation X  keinesfalls ausschließlich analog ab. Ganz im Gegenteil: Sie bevorzugen es, E-Mails zu schreiben oder SMS zu versenden und fühlen sich in den sozialen Netzwerken Facebook, Pinterest und YouTube Zuhause.

 

Wie Sie die Generation X erreichen:

Aus den Charakteristiken und Werten der Generation X lassen sich einige Marketing-Strategien ableiten. Nutzen Sie diese, um Ihre Zielgruppe bestmöglich zu erreichen.

  •  Die Generation X ist wissensaffin und gebildet. Seien Sie nicht zu werblich, sondern vermitteln Sie stattdessen ihr Know-How, beispielsweise in YouTube Videos oder serviceorientierten Blog-Postings auf Ihrer Webseite.
  • Da sie als Kunde sehr loyal gegenüber Marken sind, lohnt es sich persönliche Treueprogramme einzusetzen. So können die Kunden beispielsweise bei Einkäufen Punkte sammeln und erhalten im Gegenzug einen Rabatt.
  • E-Mails gehören zu ihren liebsten Kommunikationsmitteln. Verpacken Sie daher Ihre Inhalte auch in Newslettern.
  •  Direkte Kommunikation kommt bei der Gen X ebenfalls sehr gut an. Die meisten Menschen aus der Zielgruppe führen lieber ein Gespräch mit dem Kundensupport, als sich an einen digitalen Chatbot zu wenden. Auch Verkaufsgespräche führen sie gerne face-to-face.

 

Die Generation X musste aufgrund der Digitalisierung lernen, sich schnell anzupassen – und das mit Erfolg.  Foto: Getty Images

 

Die Generation Y: Digital Natives der ersten Stunde

Die Ältesten dieser Kohorte sind um die Jahrtausendwende erwachsen geworden, deshalb nennt man sie Millennials. Menschen, die zwischen 1980 und 1994 geboren sind, werden auch als Generation Why bezeichnet, weil sie Sinnsuchende sind. Das zeigt sich vor allem in ihrer individualistischen Einstellung zur Arbeit. Sie arbeiten nicht nur um Geld zu verdienen, sondern suchen darin vor allem eine persönliche Erfüllung. Außerdem sind sie die ersten Digital Natives. Als Digital Natives werden Personen bezeichnet, die in die digitale Welt hineingeboren wurden und den Umgang mit Smartphones, Tablets, Computern und Social Media wie selbstverständlich beherrschen. Schon seit ihrer Kindheit oder Jugend nutzen sie das Internet und haben deshalb exzellente Online- und Medienkompetenzen. 

Millennials werden schon bald die Generation X  überschatten und die größte potenzielle Zielgruppe sein. Als Kunde haben sie jedoch andere Erwartungen. Aufgrund ihrer Sinnorientierung möchten sie auch, dass Unternehmen einen klaren Zweck verfolgen. Darum binden sie sich an Marken, deren Philosophie mit ihrer eigenen übereinstimmt. Sie teilen Werte wie Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit und sehen es gerne, wenn Unternehmen sich sozial engagiert zeigen. 

Für sie als Digital Natives sind Social-Media-Plattformen fast wie ein zweites Zuhause. Facebook ist trotz schwindender Nutzerzahlen nach YouTube das beliebteste Netzwerk der Generation Y. Kurz danach folgen die Plattformen Instagram und Twitter. Ein weiteres Medium, was von den Ypsilonern häufig genutzt wird, sind Podcasts. Diese hören sie vor allem gerne, wenn  die Inhalte informierend und bildend sind. 

 

So gewinnen Sie die Millennials als Zielgruppe:

Die Marketing-Abteilung kann aufgrund der Präferenzen und Ideale der Generation Y einige Marketing-Maßnahmen ableiten. Ein besonderes Augenmerk sollte auf die folgenden Merkmale gelegt werden. 

  • Bevor die Zielgruppe ein Produkt kauft, wird dieses gegoogelt und verglichen. Für Ihr Marketing bedeutet das, dass auf Ihrer Unternehmens-Webseite alles Wichtige ersichtlich sein muss und keine Fragen offen bleiben. Reviews und Weiterempfehlungen Ihrer Produkte sind außerdem wichtig, um bei den Millennials zu punkten.
  • Unter der Generation Y befinden sich viele Podcast-Hörer. Deshalb lohnt es sich für Ihr Unternehmen einen eigenen Corporate Podcast  zu entwickeln.
  • Millennials sind auf vielen verschiedenen sozialen Netzwerken vertreten. Entwickeln Sie daher einen Social-Media-Redaktionsplan für mehrere Plattformen.
  • „Content ist King“ – diese Satz resoniert besonders mit der werteorientierten Generation Y. Statt plakativer Werbung sollten Sie auf Storytelling und Emotionalität setzen.

 

Millennials sind oftmals große Podcast-Fans. So kombinieren sie Unterhaltung mit nützlichen Informationen. Foto: Getty Images

 

Die Generation Z: Medienaffine Individualisten

Als diese Generation geboren wurde, war das Internet bereits für die allgemeine Bevölkerung zugänglich. Viele von ihnen nutzten bereits im Kindesalter ein Smartphone oder Tablet. Wie die Millennials sind auch sie Digital Natives – und das zu 100 Prozent. Doch im Gegensatz zu den Jahrgängen vor ihnen strebt die Generation Z mehr nach traditionellen Werten wie Ordnung und Stabilität. Dennoch spielt auch für sie Individualität und Selbstverwirklichung eine große Rolle. In der Arbeitswelt suchen sie deshalb nach einer sicheren und unbefristeten Stelle, die ihnen genügend Freiräume und Flexibilität bietet.

Von Unternehmen erwartet die Generation Z Produkte, mit denen sie sich identifizieren können. Wie die Millennials achten sie auf Nachhaltigkeit, doch für sie stehen bei der Kaufentscheidung auch Faktoren wie Stil und Image im Vordergrund. Ob eine Marke das richtige Profil aufweist, machen sie auch an der Meinung von Influencern fest, denen sie vertrauen.

Die Generation ist mit Medien sehr gut vertraut und bevorzugt es über ihr Smartphone zu kommunizieren. Eine Studie des Marktforschungsunternehmens Appinio in Kooperation mit der Content-Marketing und PR-Agentur fischerAppelt bestätigt diese These. So nutzen 76 Prozent der befragten „Z-ler“ mehrmals täglich Instagram. 43% der Befragten konsumieren täglich TikToks. 63 Prozent geben an, dass sie humorvolle Inhalte besonders gerne mögen. Dabei geht kein Meme oder Internetphänomen an ihnen vorbei. Inhalte, die News vermitteln interessieren nur 23 Prozent der befragten Personen der Generation Z.

 

Wie Sie es schaffen, die Generation Z abzuholen:

Nutzen Sie Ihr neugewonnenes Wissen über die Gen Z und gewinnen Sie die Zielgruppe als Kunden. Passen Sie Ihre Marketingstrategie an die Bedürfnisse und Ziele der Generation Z an.

  • Lustige Posts auf TikTok und Instagram machen Sie als Unternehmen nahbarer – und das kommt besonders bei der Generation Z gut an.
  • Für die junge Generation sind kurze Videos oft überzeugender als ein Bild mit Slogan. Setzen Sie auf Video-Content, um Ihre Zielgruppe zu erreichen. 
  • Internetpersönlichkeiten sind für sie Berater und Vorbilder zugleich. Eine Kooperation mit Influencern lohnt sich als Werbung deshalb sehr.
  • Da der Generation Z Individualität wichtig ist, sollten Sie Content-Personalisierung einsetzen, um diese Zielgruppe direkt anzusprechen.

 

Video-Content ist bei der jungen Generation besonders beliebt. Foto: Getty Images

 

Generation XYZ: Mit der richtigen Marketingstrategie erreichen Sie Ihre Zielgruppe

Zusammenfassend kann man sagen, dass es für Unternehmen unvermeidbar ist, einen genaueren Blick auf die Bedürfnisse und Eigenschaften der verschiedenen Generationen zu werfen. Um eine starke Marke aufzubauen, braucht es mehr als nur das Wissen, das ältere Generationen eher auf Facebook sind und Jüngere hingegen auf Instagram. Nur mit der passenden Marketingstrategie können Sie die Generationen XYZ erreichen. Besonders große Unterschiede gibt es bei den sozialen Netzwerken und Medien, die von den jeweiligen Kohorten genutzt werden. Ein Mitglied der Generation Z trifft man vermutlich eher auf Tik-Tok an als einen Millennial. 

 

von Amelie Seidel

Dieser Artikel ist Teil einer Kooperation mit der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt. Beteiligt sind 11 Studierende des Masterstudiengangs „Fachjournalismus und Unternehmenskommunikation“. Die Artikel erscheinen in loser Reihenfolge auf mainkonzept.de.

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